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Coaching in Indien

Ich musste nicht lange darüber nachdenken als sich die Möglichkeit ergab,
mit 20 ausgewählten und mir unbekannten Personen 7.000km weg von meinem Heimathafen Köln einen Coachingprozess zu starten.

Ein weinendes Auge war leider auch dabei, denn auf Grund der Corona Pandemie konnte ich nicht selbst vor Ort in Delhi, Mumbai & co. sein.
Alle Coachings fanden stattdessen per Videokonferenz statt.

Tejbir Singh

Gründer & CEO – Affordplan (einer der 20 Teilnehmer)

 

 

Die drei Herausforderung im cross-cultural-Coaching in Indien

In Indien steckt die Art von Coaching, die ich mit 3A Coaching vertrete, noch in den Kinderschuhen. Das war durchaus an manchen Stellen herausfordernd, denn:

  1. Nicht allen Teilnehmern fiel es auf Anhieb leicht sich auf eine reflektierende Methode wie Coaching einzulassen.Zu realisieren, dass man in einem 60min Termin nichts beigebracht bekommt, war für den ein oder anderen ein Schock. Zum Glück haben die allermeisten sich trotzdem auf die für sie neue Methode und die Coaching Prozesse eingelassen.
  2. Die Klärung des Anliegens fiel mir bei den meisten indischen Kunden deutlich schwieriger als bei meinen übrigen Kunden.

Damit, dass mir nicht jeder Teilnehmer sofort das persönliche Kernanliegen präsentiert hatte ich gerechnet. Das es die meisten dann doch taten, lag hauptsächlich daran, dass wir uns ausreichend Zeit für ein Kennenlernen genommen haben. Dies zeigt eindrucksvoll warum die sog. „Coach-Coachee Allianz“ den wichtigsten aller Wirkfaktoren im Coaching darstellt und wie wichtig Vertrauen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist.

  1. Viele Anliegen führten irgendwann zum Punkt des fehlenden „Nein-Sagens“.

Dieser Punkt war für mich super spannend, auch wenn 20 Teilnehmer noch keine Anzahl ist mit der ich die Beobachtung verallgemeinern kann. Trotzdem kamen über die Hälfte der Coachingprozesse irgendwann an den Punkt, dass der Kunde in vielen Situationen nicht „Nein“ sagen konnte. Für mich war es somit zunächst entscheidend eine Atmosphäre zu erzeugen, in der „Ja“ und „Nein“ im Rahmen unseres Dialogs klar unterscheidbar waren.
Um das „Nein-Sagen“ Problem für die Teilnehmer des Coaching Projekts zu lösen, waren im Kern drei Schritte notwendig:

  1. Es galt die positive Absicht des „Nein-Sagens“ zu betonen
  2. Dann war es wichtig, dass die Coachees erkannten, welches Bedürfnis sie bei sich selbst durch das fehlende „Nein“ aus der Balance brachten (häufig aber nicht immer das Bedürfnis nach Durchsetzung eigener Interessen)
  3. Zur Wiederherstellung der Balance nutzten wir die gleichzeitige Aktivierung von Stress- und Steuerungsnetzwerk im Gehirn mittels einer bewährten Coaching Technik.

Was für ein lehrreiches Erlebnis. Ein interkulturelles Coaching in Indien mit 20 einzigartigen und spannenden Persönlichkeiten. Und das im ersten Covid19 Sommer, der für manche ein nerviger Umstand, für andere eine riesige Herausforderung und für einige die Hölle auf Erden war.

Ich hoffe mit dem Coaching einen Beitrag zur ganz persönlichen Lösungsfindung der Teilnehmer geleistet zu haben und bin sehr dankbar für die Erfahrung. Ein besonderes großes Dankeschön an Sanjeev Gupta und Dr. Amol Tayade für das Vertrauen und die tolle Organisation.

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