„Feel free to share, obliged to quote, and appreciated for both!“

Zutat 1: Overconfidence im Handlungsmodus

Hierzu hat sich die professionelle Golfliga (PGA) in den USA einmal alle etwa 11.000 Puts (Schläge aus kurzer Distanz) eines Jahres angeschaut, die aus etwa 2 Meter Entfernung gespielt wurden. Die meisten Pros gingen davon aus, mindestens 70% dieser Schläge zu versenken. Die Fakten sprachen jedoch eine andere Sprache, denn nur rund die Hälfte aller Puts wurden tatsächlich versenkt. Die Pros sind hier also selbstsicherer als es die Zahlen hergaben.

Objektiv zu Unrecht, psychologisch zu Recht – denn eine hohe Dosis Selbstvertrauen fördert die eigene Performance.

 

Zutat 2: Aktive Fokussierung im Handlungsmodus

Wie fühlt sich der Schläger an, wie stabil ist mein Stand, wie stark nehme ich den Wind momentan wahr. Alle relevanten Sinneseindrücke strömen scharf ein, alle irrelevanten Eindrücke (Zuschauergeräusche, Kameras, Kommentatoren…) sind unscharf. In dieses Mindset zu gelangen ist reine Übungssache. Ein Spieler ist hier angekommen, wenn er „wie von selbst“ agiert, keine Gedanken denkt und „im Flow“ ist. Neurologisch betrachtet ist hierbei das Direct Experience Network (DEN) aktiv. Unser Autopilot, das sogenannte Default Network (DN), das zum Bewerten und Interpretieren neigt, hat Pause.

 

 

Zutat 3: Emotionslose Analyse im Denkmodus

Nachdem der Schlag ausgeführt und der Ball eine neue Position am Grün eingenommen hat, weiß der Pro, dass es nun Zeit für einen Mindset-Wechsel ist.
Es geht jetzt nicht mehr darum, im Hier-und-Jetzt den besten Schlag abzuliefern, sondern es geht darum, wertfrei zu analysieren was gerade passiert ist und was das für den nächsten Schlag bedeutet.

Welche Flugkurve hatte der Ball, wo ist er gelandet, welche Beschaffenheit hat der Untergrund dort, wie weit ist die Entfernung zum Ziel, welcher Höhenunterschied ist zu bewältigen, wie sind die Windverhältnisse, welcher Schläger ist der geeignetste, habe ich einen Schluck Wasser getrunken? …

 

Learning:

Golf ist ein mentales Spiel, heißt es.

Und ein mentales Spiel gewinnt meist der oder diejenige, der die eigenen Nerven am besten im Griff hat. Mit einer klaren Anleitung was im Handlungs- und was im Denkmodus wichtig ist und dem aktiven Wechsel im Laufe des Spiels lässt sich das Spiel meistern. Und das nicht nur auf dem Golfplatz, sondern überall dort wo Mindset-Wechsel die Gesamtperformance erhöhen.

 

Übrigens: Mehr dazu gibt es im nächsten Artikel, in dem es um das Thema Mindset bei Investitionsentscheidungen geht.

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