„Teilen wenn ihr mögt, Zitieren wenn ihr's teilt und ein Dankeschön für beides.“

Was wir vom Coaching über Zufriedenheit lernen können

Wie bei jedem emotionalen Zustand hilft uns die Sprache so gut sie es eben kann einen Gefühlszustand in ein Wort zu fassen.

Bei Zufriedenheit denken wir schnell an zwei Zustände – den erwünschten Zustand der Zufriedenheit und den unerwünschten Zustand der Unzufriedenheit. Diese Darstellung führt jedoch in eine Sackgasse, denn wir haben es hier nicht mit einem An und Aus Knopf zu tun, den wir wie einen Lichtschalter in zwei Zustände versetzen können.

Stattdessen ist es hilfreich sich klarzumachen, dass beide Gemütszustände in einer gesunden (funktionalen) und in einer ungesunden (dysfunktional) Form daherkommen können. Hieraus ergeben sich insgesamt vier Ansätze:

 

Functional happinessGemeinsam anstoßen


1. Die funktionale Zufriedenheit

Hier ist nicht viel Text notwendig – wir alle wissen (hoffentlich) wie sich funktionale Zufriedenheit anfühlt, z.B. wenn wir den ersten Sommertag des Jahres mit Freunden und einem Drink in der Hand auf der Dachterrasse oder im Park sitzen und den Moment genießen. Ein vielversprechender Ansatz diese Art der Zufriedenheit zu kultivieren ist Dankbarkeit für schöne Momente.

Unzufriedenheit durch überhöhten Stress(Zeit)stress als Zufriedenheits-Killer

 

2. Die dysfunktionale Zufriedenheit

Die dysfunktionale Zufriedenheit unterscheidet sich von der echten Zufriedenheit insofern, dass sie „keine Zeit zum Genießen“ mitbringt. Das sieht dann häufig so aus, dass wir uns zwar grundsätzlich auf den Drink auf der Dachterrasse mit Freunden freuen, diesen im Erleben aber nicht voll oder nicht sehr lange auskosten können. Denn: Unsere Gedanken sagen, es gibt noch viel zu tun und Pause machen ist nicht drin. Ein vielversprechender Ansatz, um dieser unechten Zufriedenheit zu entkommen ist es sich Raum und Zeit zu nehmen zum Genießen und sich nach Erfolgen etwas Schönes zu gönnen.

zufriedene UnzufriedenheitDer Prost als funktionale Form der Unzufriedenheit


3. Die funktionale Unzufriedenheit

Während die ungesunde Art der Zufriedenheit bei permanent erhöhter Arbeitsbelastung häufig zu Burn-Outs führt, verdanken wir einer funktionellen Unzufriedenheit die Kraft uns zu verändern. Uns stört ein Prozess im Büro, dann schlagen wir einen besseren vor. Uns nerven die dubiosen Angebote in LinkedIn Nachrichten, dann blockieren wir die Absender. Uns nervt das schlechte Feedback für unsere Lasagne, dann suchen wir uns ein neues Rezept heraus oder kochen sie nur noch für uns selbst. Letztendlich lässt sich argumentieren, dass viele bahnbrechende Innovationen ihren Ursprung in einer funktionellen Unzufriedenheit mindestens eines Menschen hatten. Ohne diese Unzufriedenheit hätten wir die meisten der Dinge nicht, die heute zu unserer Zufriedenheit beitragen. Ein vielversprechender Ansatz, um mit dieser Art der Unzufriedenheit umzugehen ist es aktiv zu werden und Dinge – auf die man einen Einfluss hat – zu ändern.

Smartphone mit Erinnerung sich nicht zu beschweren


4. Die dysfunktionale Unzufriedenheit

Während die ungesund Zufriedenen sich häufig keine Pause gönnen, sehen die ungesund Unzufriedenen die Dinge standardmäßig als problematisch, schlecht oder unfair an. Der eigene Filter ist auf Unzufriedenheit eingestellt. Das Wetter ist nicht so wie gewünscht, beim Gehalt wird man ständig unfair behandelt und die Politik ist prinzipiell eh unfähig Probleme zu lösen.

Ein vielversprechender Ansatz, um mit dieser Art der Unzufriedenheit umzugehen ist es sich ehrliches Feedback von außen zu holen und das eigene Verhalten so zu reflektieren. Ein professionelles Coaching kann hierfür Gold wert sein.

Wo also gibt's das Ticket zu mehr Zufriedenheit?

Los geht’s wie häufig mit einem Blick nach Innen und einer Selbstanalyse. In welchem der vier beschriebenen Zustände findest du dich häufiger und in welchen seltener wieder?

Bist du damit zufrieden oder steigt der Wunsch nach Veränderung auf?

Als nächstes geht es um die Zielsetzung und die ist – sorry liebe Ratgeber – kontraintuitiv und nicht auf permanente Zufriedenheit gepolt.

Vielmehr geht es darum Zufriedenheit sowohl als Grundrauschen als auch in genussvollen Momenten zu kultivieren und den Rest der Zeit die Momente der eigenen Unzufriedenheit anzugehen.

Zuerst die dysfunktionale Unzufriedenheit, die euch nicht weiterbringt und danach die Probleme, die euch stören und die gerade dadurch, dass sie euch stören, wertvoll sind. Denn das tolle ist, dass jede gelöste Unzufriedenheit als Preis ein erfüllendes Zufriedenheitsgefühl mit sich bringt. Dieses Zufriedenheitsgefühl in vollen Zügen genießen zu können und dann ins Grundrauschen der Zufriedenheit zu übertragen ist der letzte Schritt hin zu einem gesunden Zufriedenheits-Kreislauf.

Antoni
Antoni
Coach & Gründer von 3A Coaching
Systemischer Coach mit Schwerpunkt Führungskräfteentwicklung, Stressresilienz und Teamentwicklung im DACH-Raum.

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